Meldung

Austauschtreffen der Ostdeutschen Landesvorstände der DVMB e. V.

Selbsthilfe trifft Politik

Mitte Februar 2026 fand das jährliche Austauschtreffen der Landesvorstände der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) in Wernigerode statt. Der Landesverband Sachsen-Anhalt hatte unter dem Motto „Selbsthilfe trifft Politik“ eingeladen, um wichtige Themen rund um die Selbsthilfegruppen zu besprechen. In Zeiten knapper Kassen wird die Situation für diese Gruppen zunehmend schwieriger. Selbsthilfe ist jedoch für Fachärzte eine wertvolle Ergänzung, da hier ein intensiver Austausch von Erfahrungen stattfindet.
Die finanzielle Unterstützung durch Krankenkassen nimmt ab, was die Möglichkeiten der Selbsthilfegruppen stark einschränkt. Dabei profitieren nicht nur die Mitglieder der Selbsthilfevereine von den gewonnenen Erkenntnissen, sondern alle Betroffenen. Um auf diese angespannte Lage aufmerksam zu machen, wünschte sich der gastgebende Landesverband die Beteiligung von verantwortlichen Politikern, um den Dialog zu fördern.

Dem Aufruf von Michael Thielicke, dem Vorstandsvorsitzenden des Landesverbandes Morbus Bechterew Sachsen-Anhalt e.V., folgten neben den Vorständen weiterer Landesverbände auch Wolfgang Beck, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, sowie Andreas Brodbeck, der Bundesvorsitzende der DVMB. Vertreter aus verschiedenen Bundesländern wie Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sorgten für einen lebhaften Austausch auf Augenhöhe.
Brodbeck betonte die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Politik, Selbsthilfe und der Pharmaindustrie. Trotz der Verfügbarkeit von Medikamenten fehlen oft erfahrene Mediziner, die diese verschreiben können. Beck wies darauf hin, dass die Einflussmöglichkeiten der Landesregierung begrenzt sind und unterstrich die Bedeutung des Föderalismus in Deutschland. Er gestand ein, dass die Politik die bestehenden Realitäten akzeptieren muss, und dass Verbesserungen in einem langwierigen Prozess erfolgen müssen. Er versprach jedoch, Anreize zu schaffen, um die Situation zu verbessern.

Beck, der auf die Selbsthilfe bei seltenen Erkrankungen spezialisiert ist, zeigte Verständnis für die Anliegen der Ehrenamtlichen und plädierte dafür, die Selbsthilfe stärker in die Gesundheitsversorgung zu integrieren. Nach einer informativen Diskussionsrunde verließ der Politiker das Treffen mit dem Versprechen, sich um eine Kontaktvermittlung zu spezialisierten Versorgungszentren zu bemühen. Zudem bot er Unterstützung bei der Vernetzung der Selbsthilfegruppen mit Fachpersonal an.

Obwohl an diesem Tag noch keine konkreten Lösungen präsentiert wurden, war es ein wichtiger Schritt in Richtung einer besseren Zusammenarbeit. Der Dialog zwischen Selbsthilfe und Politik wurde gestärkt, und es wurde deutlich, dass die Selbsthilfegruppe bereit ist, aktiv zur Verbesserung der Situation beizutragen.

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